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Migräne oder Kopfschmerzen? So unterscheidest du die Muster

Kopfschmerz ist ein Symptom, Migräne eine neurologische Erkrankung. Typisch für Migräne sind pulsierende, oft einseitige Schmerzen mit Übelkeit sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit, die sich bei Bewegung verschlimmern. Spannungskopfschmerz fühlt sich eher drückend an und betrifft meist beide Seiten. Ein Test kann deine Beobachtungen ordnen, aber nicht diagnostizieren.

Migräne und Kopfschmerzen im Vergleich

Drei Dinge helfen beim Vergleich: wie der Schmerz sich anfühlt, welche Begleitsymptome auftreten und wie Bewegung wirkt. Die Muster überschneiden sich, deshalb sind sie keine festen Regeln.

MerkmalMigräneSpannungskopfschmerzClusterkopfschmerz
SchmerzartPulsierend, pochendDumpf, drückendBohrend, stechend
OrtOft einseitig, auch beidseitigBeidseitig, wie ein BandHinter oder um ein Auge
StärkeMittel bis starkLeicht bis mittelSehr stark
Dauer4 bis 72 Stunden30 Minuten bis Tage15 Minuten bis 3 Stunden
ÜbelkeitHäufigSeltenMöglich
Licht und LärmOft ausgeprägtGering oder keineLichtempfindlichkeit möglich
BewegungVerschlimmert oftMeist nichtUnruhe, Bewegungsdrang
AuraBei manchen MenschenNeinNein

Spannungskopfschmerz: die häufigste Form

Wenn Menschen sagen, sie hätten Kopfschmerzen, meinen sie meist Spannungskopfschmerz. Er wird als dumpfer Druck oder Band um den Kopf beschrieben, betrifft häufig beide Seiten und wird durch Alltagsbewegung oft nicht schlimmer. Stress, wenig Schlaf, ausgelassene Mahlzeiten, zu wenig Flüssigkeit und müde Augen können beitragen.

Frag in der Apotheke oder Praxis, welches rezeptfreie Schmerzmittel für dich geeignet ist. Wer Schmerzmittel zu oft nimmt, riskiert Kopfschmerzen durch Medikamentenübergebrauch. Deine persönliche Grenze solltest du ärztlich klären.

Migräne: Symptome und Phasen

  • Übelkeit oder Erbrechen
  • Lichtempfindlichkeit und Lärmempfindlichkeit
  • Aura: vorübergehende Seh-, Gefühls- oder Sprachstörungen bei manchen Menschen
  • Konzentrationsprobleme (Brain Fog), Müdigkeit und Stimmungsschwankungen

Ein Anfall kann aus bis zu vier Phasen bestehen: Vorbotenphase, Aura, Kopfschmerzphase und Rückbildungsphase. Nicht jeder erlebt alle Phasen. Neue neurologische Symptome gehören immer ärztlich abgeklärt.

Migräne-Test: Welches Muster passt zu dir?

Beantworte fünf Fragen, um deine Symptome mit häufigen Mustern zu vergleichen. Das Ergebnis dient der Information, ist keine Wahrscheinlichkeit und stellt keine Diagnose.

Dieser Informationsfragebogen vergleicht Antworten mit allgemeinen Symptommustern. Er berechnet keine medizinische Wahrscheinlichkeit, schließt andere Ursachen nicht aus und stellt keine Diagnose.

Frage 1 von 5

Wo spürst du den Schmerz?

Denke daran, wo der Schmerz während einer Episode am stärksten ist.

Wann du ärztlichen Rat suchen solltest

  • Du hast an mehr als 15 Tagen im Monat Kopfschmerzen.
  • Du brauchst oft Schmerzmittel oder sie wirken nicht mehr wie gewohnt.
  • Dein Kopfschmerzmuster hat sich deutlich verändert.
  • Der Schmerz setzt plötzlich und extrem stark ein (Vernichtungskopfschmerz): Ruf den Notruf 112.
  • Dazu kommen Fieber, steifer Nacken, Verwirrtheit, Krampfanfall oder Sehverlust, oder es gab vorher eine Kopfverletzung.

Am hilfreichsten ist ein Kopfschmerztagebuch mit Häufigkeit, Dauer, Stärke, Begleitsymptomen und eingenommenen Medikamenten. Es ergänzt die Anamnese, ersetzt sie aber nicht.

Claru-Funktion: Arztberichte

Bring dein Kopfschmerzmuster zum nächsten Termin mit

Das Muster zu kennen ist ein Anfang. Protokolliere Attacken in Claru per Sprache oder Tipp und erstelle einen Arztbericht als PDF mit Häufigkeit, Schweregrad und Medikamenteneinträgen für deine Ärztin oder deinen Arzt. Claru gibt es für iOS und Android, auch auf Deutsch.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Migräne und Kopfschmerzen?

Kopfschmerz ist ein Symptom, Migräne eine eigenständige neurologische Erkrankung mit oft pulsierendem Schmerz, Übelkeit sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit. Spannungskopfschmerz ist meist dumpf-drückend und betrifft beide Seiten. Die Merkmale überschneiden sich, die Einordnung sollte ärztlich erfolgen.

Woran erkenne ich, ob es Migräne oder Spannungskopfschmerz ist?

Für Migräne sprechen pulsierender Schmerz, Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit und Verschlimmerung bei Bewegung. Dumpfer Druck auf beiden Seiten erinnert eher an Spannungskopfschmerz. Mischformen sind möglich. Ein Test oder ein Tagebuch kann nur Hinweise liefern, keine Diagnose.

Kann man Migräne ohne Kopfschmerzen haben?

Eine Migräne-Aura kann ohne Kopfschmerz auftreten. Ähnliche neurologische Symptome haben aber auch andere Ursachen, besonders wenn sie neu sind. Lass sie deshalb ärztlich abklären, statt dich selbst einzuordnen.

Wie unterscheiden sich Migräne und Nebenhöhlenentzündung?

Beide können Gesichtsdruck und Nasenbeschwerden verursachen. Übelkeit sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit passen eher zu Migräne, Fieber und lange anhaltender, gefärbter Nasensekretion eher zu einer Infektion. Das Gesamtbild muss ärztlich beurteilt werden. Mehr dazu im Quiz Sinusitis oder Migräne.



Quellen: Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG); gesundheitsinformation.de (IQWiG): Migräne; International Headache Society: ICHD-3; Weltgesundheitsorganisation (WHO): Headache disorders. Dieser Inhalt dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei plötzlichem, sehr starkem Kopfschmerz oder Kopfschmerz mit Lähmung, Verwirrtheit, Krampfanfall, Sehverlust oder Fieber mit steifem Nacken ruf den Notruf 112.