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Sinusitis oder Migräne? Die Hinweise im Vergleich

Migräne und Nebenhöhlenentzündung teilen viele Symptome: Gesichtsschmerz, Druckgefühl, verstopfte Nase und tränende Augen. Fieber und gefärbter Nasenausfluss sprechen eher für eine Infektion, Übelkeit sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit eher für Migräne. Das 7-Fragen-Quiz ordnet deine Beobachtungen, stellt aber keine Diagnose.

Gut zu wissen: In einer Studie von 2004 erfüllten 88 % von 2.991 Menschen mit wiederkehrenden „Sinuskopfschmerzen“ ohne Hinweis auf eine Infektion die Kriterien für Migräne. Das gilt für die untersuchte Gruppe und ist keine Regel für den Einzelfall.

Warum Migräne oft für Sinusitis gehalten wird

Migräne kann genau die Beschwerden auslösen, die man mit den Nebenhöhlen verbindet:

  • Gesichtsdruck und Schmerz, der sich wie „Sinusdruck“ anfühlt
  • Schmerz an Stirn und Wangen, genau dort, wo die Nebenhöhlen liegen
  • Gefühl einer verstopften Nase
  • Klarer Nasenausfluss, der an Heuschnupfen oder Erkältung erinnert
  • Tränende Augen

Dahinter steckt unter anderem der Trigeminusnerv, ein wichtiger Schmerzweg bei Migräne. Er versorgt auch Gesicht und Nebenhöhlen. Wird er aktiv, fühlen sich die Nebenhöhlen entzündet an, obwohl sie gesund sein können.

Quiz: Welches Muster passt zu deinen Antworten?

Beantworte sieben Fragen zu deinem typischen Kopfschmerz. Das Quiz fragt Merkmale ab, die Ärztinnen und Ärzte beim Vergleich von Migräne und Sinusitis berücksichtigen können. Es dauert etwa zwei Minuten und liefert keine Diagnose.

Frage 1 von 7

Hast du dickes gelbes oder grünes Nasensekret?

Verfärbtes Sekret kann bei einer Sinusinfektion auftreten, beweist aber keine bakterielle Ursache.

Sinusitis und Migräne im Vergleich

Das sind häufige Muster, keine festen Regeln. Auch Vorgeschichte, Untersuchung und Verlauf spielen eine Rolle.

MerkmalSinusitisMigräne
NasensekretDickflüssig, gelb oder grünKlar oder keines
FieberKann auftretenSelten
Licht und LärmWeniger typischHäufig
ÜbelkeitSeltenHäufig
DauerTage bis Wochen4 bis 72 Stunden
BewegungUnterschiedlichVerschlimmert oft

Wann es wirklich eine Nebenhöhlenentzündung ist

Viele Nebenhöhlenentzündungen werden von Viren verursacht und klingen ohne Antibiotika ab. Auf eine bakterielle Ursache deuten Beschwerden hin, die länger als zehn Tage ohne Besserung anhalten, hohes Fieber mit eitrigem Ausfluss und Gesichtsschmerz oder ein Verlauf, der erst besser und dann wieder schlechter wird. Kein einzelnes Symptom und auch kein Ansprechen auf ein Medikament klärt die Ursache sicher.

Was du ärztlich besprechen kannst

  • Bisherige Mittel: Bring eine Liste mit, was du genommen hast und ob es half. Setz verordnete Medikamente nicht eigenmächtig ab.
  • Verträglichkeit: Apotheke oder Praxis können Vorerkrankungen, Wechselwirkungen und Schwangerschaft berücksichtigen.
  • Verlauf: Notiere jede Attacke mit Ort, Dauer, Auslöser und Wirkung.
  • Neubewertung: Kommen die Beschwerden immer wieder, frag, welche Diagnosen infrage kommen und ob eine Fachärztin oder ein Facharzt sinnvoll ist.
Claru-Funktion: Mustererkennung

Finde heraus, was deine Attacken gemeinsam haben

Wenn „Sinuskopfschmerzen“ immer wiederkommen, hilft Nachverfolgen. Die Mustererkennung in Claru prüft deine Einträge auf mögliche Zusammenhänge wie Zeitpunkt, Wetter und Schlaf, damit du deinem Arzt mehr als eine Vermutung zeigen kannst. Claru gibt es für iOS und Android, auch auf Deutsch.

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Häufige Fragen

Ist es Nebenhöhlenentzündung oder Migräne?

Die Symptome überschneiden sich, deshalb kann ein Quiz die Ursache nicht klären. Fieber, gefärbter Nasenausfluss und Beschwerden über mehr als zehn Tage sprechen eher für eine Infektion. Übelkeit sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit passen eher zu Migräne. Eine Ärztin oder ein Arzt beurteilt das Gesamtbild.

Kann Migräne Druck in den Nebenhöhlen verursachen?

Ja. Migräne kann Gesichtsdruck, verstopfte oder laufende Nase und tränende Augen verursachen. Diese Symptome haben aber auch andere Ursachen. Wiederkehrende oder auffällige Beschwerden solltest du abklären lassen, statt dich selbst einzuordnen.

Warum helfen Nasenspray und Sinusmittel nicht gegen meine Kopfschmerzen?

Ob ein Mittel wirkt, beweist keine Diagnose. Hilft eine Behandlung nicht, lass Symptome, Dosis und Alternativen in der Apotheke oder Praxis prüfen. Halte dich an den Beipackzettel: Abschwellende Nasensprays sind nur für eine kurze Anwendung gedacht.

Wie viele „Sinuskopfschmerzen“ sind in Wirklichkeit Migräne?

In der Studie von Schreiber et al. (2004) erfüllten 88 % einer ausgewählten Gruppe mit wiederkehrenden, selbst beschriebenen oder ärztlich diagnostizierten Sinuskopfschmerzen und ohne Infektionshinweis die Kriterien für Migräne. Das heißt nicht, dass bei dir dasselbe gilt. Eine Diagnose stellt nur die Ärztin oder der Arzt.



Quellen: Schreiber CP et al. (2004), Archives of Internal Medicine; Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG); gesundheitsinformation.de (IQWiG): Nasennebenhöhlenentzündung; American Migraine Foundation: Sinus headache. Dieser Inhalt dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Diagnose.