M-sense Alternative: Diese Migräne-Apps gibt es noch
Von der Claru-Redaktion
Dieser Ratgeber dient der Information. Er wurde nicht unabhängig medizinisch geprüft, kann keine Diagnose stellen und ersetzt keine Behandlung durch Ärztinnen oder Ärzte. Mehr dazu in unseren Redaktionsstandards.

Kurz gesagt: M-sense gibt es seit 2022 nicht mehr. Als Ersatz kommen vor allem vier Apps infrage, die du in Deutschland nutzen kannst: Claru, die Migräne-App der Schmerzklinik Kiel, Migraine Buddy und N1-Kopfschmerz. Keine davon ist eine DiGA. Das Rezept auf Kasse, das M-sense zeitweise besonders gemacht hat, ersetzt also keine dieser Apps.
Gleich vorweg: Claru ist unsere App, und wir haben sie auf Platz eins gesetzt. Lies diese Liste mit diesem Wissen. Alle Angaben zu den anderen Apps stammen aus den Store-Einträgen bei Apple und Google und von den Seiten der Anbieter, Stand 12. Oktober 2026. Wo eine andere App besser passt, sagen wir das.
Was mit M-sense passiert ist
M-sense vom Berliner Start-up Newsenselab galt als erste Migräne-App, die Ärztinnen und Ärzte als digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) verordnen konnten. Die gesetzliche Krankenkasse hat die Kosten übernommen. Neben einem Kopfschmerztagebuch mit Auslöser-Analyse gab es Programme mit Physiotherapie-Übungen, Anleitungen zum Ausdauersport und Entspannungsübungen zum Anhören.
Die Aufnahme ins DiGA-Verzeichnis war allerdings nur vorläufig. Im April 2022 endete sie, und M-sense konnte nicht mehr verschrieben werden. Das Ärzteblatt berichtete am 17. Mai 2022 darüber. Laut Stiftung Warentest (test.de, September 2022) stellte Newsenselab Anfang August 2022 einen Insolvenzantrag. Heute führen die Store-Links zu M-sense bei Apple und Google ins Leere.
Trotzdem wird M-sense in Deutschland noch jeden Monat gesucht. Wenn du einer dieser Menschen bist, hast du vermutlich vor ein paar Jahren mit der App gearbeitet und suchst jetzt etwas, das sich ähnlich anfühlt. Hier sind die Optionen, die es noch gibt.
Die Alternativen im Überblick
| Claru | Migräne-App (Kiel) | Migraine Buddy | N1-Kopfschmerz | Bearable | |
|---|---|---|---|---|---|
| Sprache | Deutsch und weitere | Deutsch | Deutsch und weitere | Deutsch, Englisch | Nur Englisch |
| Preis | Gratis-Plan; Pro 12,99 €/Monat oder 59,99 €/Jahr | Kostenlos | Gratis; MBplus 10,99 bis 14,99 €/Monat | Gratis; Premium einmalig | Gratis; Premium im Abo |
| Eintragen | Ein Satz per Sprache oder Text, KI füllt die Felder | Strukturierter Kalender | Mehrere Bildschirme pro Attacke | Täglicher Fragebogen | Täglicher Check-in |
| Wetter | Luftdruck, Luftqualität und Pollen automatisch | Lokales Wetter mit Standortfreigabe | Wetter- und Luftdruckprognose | Im Fragebogen | Nur manuell |
| Vorhersage | Tägliches persönliches Risiko | Nicht gefunden | Nicht gefunden | Nicht gefunden | Nicht gefunden |
| Letztes Update | Aktiv | April 2026 | Oktober 2026 | Januar 2023 | Aktiv |
| DiGA auf Rezept | Nein | Nein | Nein | Nein | Nein |
1. Claru
Claru ist auf ein Problem ausgelegt, das viele aus der M-sense-Zeit kennen: An den schlimmsten Tagen trägt man nichts ein. Statt dich durch Fragen zu klicken, sagst du einen Satz, etwa: „Seit dem Mittag pochender Schmerz rechts, Stärke sechs, lichtempfindlich, Ibuprofen um zwei genommen.“ Die KI füllt daraus Beginn, Stärke, Schmerzart, Ort, Symptome, mögliche Auslöser und Medikament. Jedes Feld kannst du nachträglich ändern. Wer lieber tippt, nutzt ein kurzes Formular.
Während einer Attacke hilft der Migräne-Modus: ein dunkler Vollbildschirm mit großen Schaltflächen, auf Wunsch gedimmt, mit einer Taste für deinen Notfallkontakt. Luftdruck, Luftqualität und Pollen erfasst Claru automatisch. Jeden Tag siehst du kostenlos eine persönliche Risikostufe mit den Gründen dahinter, zum Beispiel wenig Schlaf oder ein Wetterumschwung. Mit Pro kommen Zusammenhänge mit Wetter und Pollen, die Wirkung deiner Medikamente und ein PDF-Bericht für die Praxis dazu.
Ehrlich gesagt: Claru ist neu und hat erst wenige Bewertungen. Claru ist eine Wellness-App, kein Medizinprodukt und keine DiGA, und kann deshalb nicht verordnet werden. Die tieferen Auswertungen kosten Geld. Mehr Details findest du in unseren Vergleichen mit der Migräne-App aus Kiel und mit Migraine Buddy.
Passt zu dir, wenn du schnell eintragen willst und wissen möchtest, ob der heutige Tag riskant aussieht.
2. Migräne-App der Schmerzklinik Kiel
Wenn dir an M-sense der medizinische Hintergrund wichtig war, kommt die Kieler App dem am nächsten. Sie wurde 2016 von der Schmerzklinik Kiel mit dem Kopfschmerzbehandlungsnetz und der Techniker Krankenkasse entwickelt. Sie ist komplett kostenlos, ohne In-App-Käufe und ohne Werbung, und du musst nicht bei der TK versichert sein.
Der Kopfschmerzkalender ist klar aufgebaut. Laut TK warnt die App, wenn du die Einnahmegrenzen für Akutmedikamente überschreitest. Das ist eine echte Stärke, denn zu viele Schmerzmittel können selbst Kopfschmerzen auslösen. Dazu kommen eine Mediathek und Entspannungsübungen, also ein Teil dessen, was M-sense in seinen Programmen angeboten hat. Deine Daten bleiben laut Store-Beschreibung nur auf deinem Gerät.
Ehrlich gesagt: Wird die App gelöscht, sind laut Datenschutzerklärung alle Daten weg. Eine Synchronisierung zwischen Geräten haben wir nicht gefunden, ebenso keine persönliche Risikovorhersage. Die App gibt es nur auf Deutsch.
Passt zu dir, wenn du einen bewährten, kostenlosen Kalender mit klinischem Hintergrund suchst.
3. Migraine Buddy
Migraine Buddy gehört zu den bekanntesten Migräne-Apps weltweit und hat eine deutsche Oberfläche. Die Grundfunktionen sind kostenlos: ausführliche Erfassung der Attacken, ein Bericht für die Praxis, eine Wetter- und Luftdruckprognose und Gruppen zum Austausch mit anderen Betroffenen. Werbung gibt es keine.
Mit MBplus kommen Muster, weitere Wetter- und Auslöser-Berichte und Coaching dazu. In Deutschland kostet das 10,99 bis 14,99 € im Monat.
Ehrlich gesagt: Das Eintragen einer Attacke läuft über mehrere Bildschirme. Manche finden das gründlich, andere mühsam. Laut Datenschutzerklärung werden Migränedaten in anonymisierter Form für Forschung genutzt, wogegen du im Profil widersprechen kannst. Mehr dazu liest du in unserem Artikel zu Migraine-Buddy-Alternativen.
Passt zu dir, wenn du viel dokumentieren und dich mit anderen austauschen willst.
4. N1-Kopfschmerz
N1-Kopfschmerz verfolgt einen wissenschaftlichen Ansatz, der an M-sense erinnert. Du füllst jeden Tag einen Fragebogen aus, auch an kopfschmerzfreien Tagen. Nach mindestens 90 Tagen erstellt die App eine persönliche Karte deiner Auslöser und Schutzfaktoren. Grundlage ist eine Studie, die 2016 in der Fachzeitschrift Cephalalgia erschienen ist. Die App ist auf Deutsch verfügbar, die persönlichen Karten kosten einmalig extra.
Ehrlich gesagt: Das letzte Update stammt vom Januar 2023. Bei einer App, die so lange nicht gepflegt wurde, musst du mit Fehlern rechnen, und nach den Erfahrungen mit M-sense ist das ein berechtigter Grund zur Vorsicht. Der Fragebogen ist lang und starr. Details findest du im Vergleich mit Claru und bei den Alternativen zu N1-Kopfschmerz.
Passt zu dir, wenn du bereit bist, drei Monate lang täglich Fragen zu beantworten.
5. Bearable
Bearable ist keine reine Migräne-App, sondern ein Tracker für Symptome, Stimmung, Schlaf und Medikamente. Das ist praktisch, wenn du neben der Migräne noch andere Erkrankungen im Blick behalten willst. Migräne legst du als eigenes Symptom im täglichen Check-in an. Die Grundfunktionen sind kostenlos, die Zusammenhänge zwischen deinen Faktoren gibt es im Premium-Abo.
Ehrlich gesagt: Die App gibt es nur auf Englisch. Es gibt keinen eigenen Ablauf für Migräneattacken, und Wetter musst du selbst eintragen.
Passt zu dir, wenn du mehrere Beschwerden in einer App sammeln willst und mit Englisch kein Problem hast.
Und was ist mit der App auf Rezept?
Hier müssen wir ehrlich sein: Keine der fünf Apps oben ist eine DiGA. Deine Ärztin oder dein Arzt kann sie also nicht wie M-sense auf Kassenrezept verordnen. Bei den meisten macht das wenig aus, weil sie kostenlos sind oder einen Gratis-Plan haben. Wenn dir die Verordnung aber wichtig ist, etwa weil du ein angeleitetes Programm mit nachgewiesener Wirkung suchst, lohnt ein Blick ins offizielle DiGA-Verzeichnis des BfArM. Dort siehst du, welche Anwendungen für Migräne aktuell gelistet sind und ob sie vorläufig oder dauerhaft aufgenommen wurden. Sprich danach mit deiner Praxis, ob eine davon für dich passt.
Was du aus M-sense mitnehmen kannst
Die schlechte Nachricht zuerst: Deine alten Einträge sind sehr wahrscheinlich verloren. Die App ist aus den Stores verschwunden, der Anbieter ist insolvent, und einen Import in andere Apps gibt es nicht. Ganz umsonst war die Arbeit trotzdem nicht.
- Alte Ausdrucke und PDFs aufheben. Falls du damals Berichte für deine Praxis erstellt hast, nimm sie zum nächsten Termin mit. Sie zeigen, wie häufig deine Attacken früher waren.
- Frisch anfangen. Ein neues Tagebuch braucht ein paar Wochen, bis es aussagekräftig wird. Trag in den ersten drei bis vier Wochen jede Attacke ein, auch die leichten.
- Dein Wissen nutzen. Was du über deine Auslöser schon gelernt hast, kannst du in der neuen App direkt beim Einrichten angeben.
- Ohne App überbrücken. Wenn du dich noch nicht entscheiden willst, nutze unser druckbares Kopfschmerztagebuch für die Zwischenzeit.
Eine Lehre aus M-sense: Selbst gute Apps können verschwinden. Achte bei deiner neuen App darauf, dass du deine Daten exportieren kannst, und sichere sie ab und zu.
Diese Übersicht beruht auf den Store-Einträgen bei Apple und Google, den Seiten der Anbieter sowie Berichten von Ärzteblatt und Stiftung Warentest, abgerufen am 12. Oktober 2026. Funktionen und Preise können sich ändern. Claru ist eine Wellness-App und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Häufige Fragen
- Gibt es M-sense noch?
- Nein. M-sense verlor im April 2022 seinen vorläufigen Platz im DiGA-Verzeichnis und kann seitdem nicht mehr verordnet werden. Im August 2022 stellte der Berliner Hersteller Newsenselab einen Insolvenzantrag. Im App Store und bei Google Play ist die App nicht mehr zu finden.
- Was ist die beste Alternative zu M-sense?
- Das hängt davon ab, was dir an M-sense wichtig war. Wer einen kostenlosen, deutschsprachigen Kopfschmerzkalender mit klinischem Hintergrund sucht, ist mit der Migräne-App der Schmerzklinik Kiel gut bedient. Wer schnell per Sprache eintragen und jeden Tag eine persönliche Risikoeinschätzung sehen möchte, sollte sich Claru ansehen. Migraine Buddy passt, wenn du Austausch mit anderen Betroffenen suchst.
- Gibt es eine Migräne-App auf Rezept als Ersatz für M-sense?
- Keine der Apps in diesem Artikel ist eine DiGA, also kann deine Ärztin oder dein Arzt sie nicht auf Kassenrezept verordnen. Welche Anwendungen für Migräne aktuell als DiGA gelistet sind, siehst du im offiziellen DiGA-Verzeichnis des BfArM. Frag am besten in deiner Praxis nach, ob eine davon für dich infrage kommt.
- Kann ich meine alten M-sense-Daten in eine neue App übernehmen?
- Realistisch gesehen nein. Da die App aus den Stores verschwunden ist und der Anbieter insolvent ist, gibt es keinen bekannten Weg, die Daten zu exportieren. Wenn du noch alte Ausdrucke oder PDF-Berichte hast, bewahre sie auf und nimm sie zum nächsten Arzttermin mit. Mit der neuen App startest du am besten frisch.
- Was kostet Claru?
- Claru ist kostenlos herunterzuladen. Der Gratis-Plan enthält unbegrenzte Einträge, den Migräne-Modus, die Risikovorhersage, Basis-Auswertungen, 30 Tage Verlauf und drei Spracheinträge pro Monat. Claru Pro kostet 12,99 € im Monat oder 59,99 € im Jahr.