Migräne-App Kiel vs. Claru: ehrlicher Vergleich
Von der Claru-Redaktion
Dieser Ratgeber dient der Information. Er wurde nicht unabhängig medizinisch geprüft, kann keine Diagnose stellen und ersetzt keine Behandlung durch Ärztinnen oder Ärzte. Mehr dazu in unseren Redaktionsstandards.

Kurz gesagt: Die Migräne-App der Schmerzklinik Kiel ist kostenlos, werbefrei, medizinisch fundiert und seit zehn Jahren bewährt. Wenn du einen verlässlichen Kopfschmerzkalender suchst und deine Daten nur auf dem eigenen Handy haben willst, gibt es wenig Grund, sie zu wechseln. Claru lohnt sich, wenn du eine Attacke lieber mit einem gesprochenen Satz festhältst, jeden Tag eine persönliche Risikoeinschätzung sehen möchtest und deine Einträge auf mehreren Geräten brauchst.
Gleich vorweg: Claru ist unsere App. Lies diesen Vergleich also mit diesem Wissen. Alle Angaben zur Migräne-App stammen aus den Store-Einträgen bei Apple und Google, von schmerzklinik.de und von den Seiten der Techniker Krankenkasse, Stand 12. Oktober 2026. Wo die Kieler App vorne liegt, sagen wir das deutlich.
Die beiden Apps im Überblick
| Migräne-App (Schmerzklinik Kiel) | Claru | |
|---|---|---|
| Herausgeber | Schmerzklinik Kiel mit Kopfschmerzbehandlungsnetz und Techniker Krankenkasse | Reelpop Media LLC |
| Seit | 2016 | Neue App |
| Preis | Kostenlos, keine In-App-Käufe | Gratis-Plan; Pro 12,99 € im Monat oder 59,99 € im Jahr |
| Eintragen | Strukturierter Kopfschmerzkalender | Ein Satz per Sprache oder Text, die KI füllt die Felder; alternativ kurzes Formular |
| Während der Attacke | Normale App-Oberfläche | Migräne-Modus: dunkler Vollbildschirm, große Schaltflächen, Notfallkontakt |
| Medikamente | Warnung bei Überschreiten der Einnahmegrenzen (laut TK) | Medikamentenprotokoll; Wirkung und Zeit bis zur Linderung in Pro |
| Vorhersage | Keine persönliche Risikovorhersage gefunden | Tägliches persönliches Migränerisiko mit den Gründen dahinter |
| Wissen und Übungen | Mediathek, Entspannung, Physiotherapie-Übungen, KI-Informationsassistent | Keine Mediathek, keine Übungen |
| Daten | Nur auf dem Gerät | Konto mit Synchronisierung über Geräte |
| Sprachen | Deutsch | Deutsch, Englisch, Spanisch und weitere |
| Bewertung | 4,65 aus 13.430 Bewertungen (App Store DE) | Neue App, erst wenige Bewertungen |
Woher die Migräne-App kommt
Die Migräne-App wurde 2016 von der Schmerzklinik Kiel gemeinsam mit dem bundesweiten Kopfschmerzbehandlungsnetz und der Techniker Krankenkasse entwickelt. Laut TK wurde sie inzwischen mehr als eine Million Mal heruntergeladen. Im App Store kommt sie auf 4,65 Sterne aus über 13.000 Bewertungen, bei Google Play auf 4,5 Sterne bei mehr als 100.000 Installationen. Die aktuelle Version 2.6 erschien am 2. April 2026.
Diese Herkunft ist ihr größter Vorteil. Hinter der App steht eine der bekanntesten Kopfschmerzkliniken in Deutschland, und die Inhalte sind darauf ausgelegt, dass du sie ins Arztgespräch mitnimmst. In einer Befragung von 1.485 Nutzerinnen und Nutzern im September 2026 sagten 83 Prozent, dass sie Daten aus der App schon beim Arzttermin genutzt oder gezeigt haben. Knapp zwei Drittel nutzen die App seit mindestens drei Jahren. Das sind Zahlen, an die eine neue App wie Claru nicht herankommt.
Eintragen: Kalender oder ein gesprochener Satz
Ein Kopfschmerztagebuch hilft nur, wenn du es auch an schlechten Tagen führst. Hier unterscheiden sich die beiden Apps am deutlichsten.
Die Migräne-App setzt auf einen klassischen Kopfschmerzkalender. Du hältst Kopfschmerz- und Migränetage fest, Dauer, Intensität, Begleitsymptome und deine Akutmedikation. Dazu kommen Notizen zu Lebensstil, Schlaf, Ernährung, Bewegung und Stress. Laut der TK-Befragung nutzen 98 Prozent den Kalender und 89 Prozent dokumentieren ihre Medikamente. Das System ist erprobt und klar aufgebaut.
Claru geht einen anderen Weg. Du sagst zum Beispiel: „Seit dem Aufwachen pochender Schmerz links, Stärke sieben, mir ist übel, habe um acht ein Triptan genommen.“ Die KI trägt daraus Beginn, Stärke, Schmerzart, Ort, Symptome, mögliche Auslöser und Medikament ein. Jedes Feld kannst du danach ändern. Wer lieber tippt, nutzt ein kurzes Formular.
Für die Attacke selbst gibt es den Migräne-Modus: ein dunkler Vollbildschirm mit großen Schaltflächen, auf Wunsch automatisch gedimmt, mit einer Taste für deinen Notfallkontakt und einer Wischsperre gegen versehentliches Tippen. Etwa drei Stunden nach einer Attacke fragt Claru nach, ob es dir besser geht und was geholfen hat. Genau diese Information fehlt in vielen Tagebüchern, weil niemand später noch einmal hineinschaut.
Unser Fazit: Wer gern strukturiert einträgt, kommt mit dem Kieler Kalender sehr gut zurecht. Wer das Tagebuch bisher gerade an schlimmen Tagen vergessen hat, profitiert eher vom Sprechen und vom Migräne-Modus.
Medikamente und Übergebrauch
Hier hat die Migräne-App eine echte Stärke. Laut Techniker Krankenkasse warnt sie, wenn du die Einnahmegrenzen für Akutmedikamente überschreitest. Das ist wichtig, denn zu häufig eingenommene Schmerz- und Migränemittel können selbst Kopfschmerzen auslösen. In der Befragung von 2026 gaben 74 Prozent an, durch die App bewusster darauf zu achten, wie oft sie Akutmedikamente nehmen. Außerdem hilft die App laut TK, den günstigen Zeitpunkt für die Einnahme besser einzuschätzen.
Claru protokolliert deine Medikamente ebenfalls. Mit Pro siehst du, wie gut ein Mittel bei dir wirkt und wie lange es im Schnitt bis zur Linderung dauert, gestützt auf die Nachfrage nach jeder Attacke. Eine Warnung nach festen Einnahmegrenzen ist aber nicht der Schwerpunkt. Wenn du deine Tage einfach selbst überschlagen willst, hilft unser Medikamenten-Übergebrauch-Check.
Unser Fazit: Für das Thema Übergebrauch ist die Kieler App die stärkere Wahl. Für die Frage, welches Mittel bei dir am besten wirkt, bietet Claru mehr Auswertung.
Auswertungen, Muster und Vorhersage
Die Migräne-App zeigt Übersichten, grafische Verläufe und statistische Zusammenfassungen deiner Einträge. Sie enthält laut TK einen Schnelltest zum Kopfschmerztyp und ein Cockpit mit den wichtigsten Werten für Akutbehandlung und Vorbeugung. Lokale Wetterinformationen kann sie anzeigen, wenn du der Standortabfrage zustimmst. Eine persönliche Vorhersage, wie hoch dein Migränerisiko heute ist, haben wir in den aktuellen Beschreibungen nicht gefunden.
Claru ist genau auf diesen Blick nach vorn ausgelegt. Du bekommst jeden Tag eine Risikostufe (niedrig, mittel, hoch oder sehr hoch) mit einer Einschätzung, wie sicher sie ist, und den Faktoren dahinter, etwa wenig Schlaf, Stress oder ein Wetterumschwung. Ab etwa zehn Einträgen zeigt Claru kostenlos, zu welchen Tageszeiten und an welchen Wochentagen deine Attacken auftreten und wie sich Häufigkeit und Stärke entwickeln. Pro ergänzt Zusammenhänge mit Wetter, Luftdruck, Luftqualität und Pollen, Kombinationen wie „Stress plus schlechter Schlaf“, Schlaf- und Bewegungsmuster und eine wöchentliche KI-Zusammenfassung.
Wie stark dich das Wetter betrifft, kannst du vorab auch mit unserer Migräne-Wetter-Vorhersage prüfen.
Unser Fazit: Für einen klaren Rückblick reicht die Kieler App gut aus. Wenn du wissen willst, ob der heutige Tag riskant aussieht und warum, ist Claru die passendere App.
Wissen, Entspannung und Arztgespräch
In diesem Bereich bietet die Migräne-App deutlich mehr. Eine integrierte Mediathek informiert über Migräne, Kopfschmerzen und aktuelle Behandlungen. Dazu kommen Entspannungsverfahren wie die progressive Muskelrelaxation, physiotherapeutische Übungen für die Halswirbelsäule und eine Aura-Simulation. Neu ist ein KI-gestützter Informationsassistent, der laut TK auf Leitlinien, Arzneimittelinformationen und Fachliteratur zurückgreift. Über die App findest du außerdem Angebote des Kopfschmerzbehandlungsnetzes und Kontakt zu anderen Betroffenen.
Claru hat keine eigene Mediathek und keine Entspannungsübungen. Unsere Stärke liegt beim Arztbericht: Mit Pro erstellst du ein PDF über 7 Tage, 30 Tage oder 3 Monate und wählst selbst, welche Abschnitte hineinkommen, zum Beispiel Übersicht, Häufigkeit, Auslöser, Medikamente und die Rückmeldungen nach jeder Attacke. Die Migräne-App bietet laut Schmerzklinik Exportfunktionen für die persönliche Nutzung, die du etwa per E-Mail an deine Praxis schicken kannst. Wer ganz ohne App vorbereiten will, kann unser druckbares Kopfschmerztagebuch nutzen oder den MIDAS-Fragebogen ausfüllen.
Unser Fazit: Bei Wissen und Übungen liegt die Migräne-App klar vorn. Beim individuell zusammengestellten Arztbericht hat Claru Pro mehr Spielraum.
Datenschutz und Gerätewechsel
Die Migräne-App speichert deine Daten laut Store-Beschreibung ausschließlich auf deinem Gerät. Eine Weitergabe geschieht nur, wenn du sie selbst auslöst. Die Standortabfrage für das Wetter ist freiwillig, und laut Datenschutzerklärung werden Standortdaten nicht dauerhaft gespeichert. Für viele Menschen ist das ein starkes Argument. Die Kehrseite: Laut Datenschutzerklärung sind mit der Deinstallation alle gespeicherten Daten gelöscht. Eine Synchronisierung zwischen Geräten haben wir in den Beschreibungen nicht gefunden. Vor einem Handywechsel solltest du deshalb in der App nachsehen, was du exportieren kannst.
Claru arbeitet mit einem Konto. Deine Einträge sind dadurch auf einem neuen Handy oder einem zweiten Gerät wieder da. Laut Datenschutzerklärung verkaufen wir keine Gesundheitsdaten. Du kannst alles als Datei exportieren und Daten und Konto direkt in der App löschen. Claru nutzt allerdings Analyse- und Attributionsdienste. Wenn dir maximale Datensparsamkeit am wichtigsten ist, ist eine App, die nur lokal speichert, die vorsichtigere Wahl.
Preis
| Migräne-App | Claru | |
|---|---|---|
| Kostenlos | Alle Funktionen | Unbegrenzte Einträge, Migräne-Modus, Risikovorhersage, Basis-Auswertungen, 30 Tage Verlauf, 3 Spracheinträge im Monat |
| Monatlich | Entfällt | 12,99 € |
| Jährlich | Entfällt | 59,99 € |
Preise laut deutschem App Store am 12. Oktober 2026. Ehrlich zusammengefasst: Die Migräne-App kostet nichts, und das bei vollem Funktionsumfang. Claru ist kostenlos nutzbar, die tieferen Auswertungen, unbegrenzte Spracheinträge und der Arztbericht kosten aber Geld.
Wer zur Migräne-App greifen sollte
- Du suchst einen kostenlosen Kopfschmerzkalender ohne Abo und ohne Werbung.
- Dir ist wichtig, dass eine Kopfschmerzklinik und eine Krankenkasse hinter der App stehen.
- Deine Daten sollen nur auf deinem Handy liegen.
- Du willst gewarnt werden, wenn du zu oft Akutmedikamente nimmst.
- Du möchtest Wissen, Entspannungsübungen und Physiotherapie in derselben App.
Wer zu Claru greifen sollte
- Du vergisst das Eintragen gerade an den schlimmen Tagen.
- Du möchtest jeden Tag sehen, wie hoch dein Risiko ist und was dahintersteckt.
- Du willst wissen, welches Medikament bei dir wie schnell wirkt.
- Du nutzt mehrere Geräte oder wechselst bald dein Handy.
- Du möchtest die App auch auf Englisch oder Spanisch nutzen.
Beide Apps sind übrigens keine Medizinprodukte für Diagnose oder Therapie. Die Migräne-App beschreibt sich als Angebot zur Information und Dokumentation, Claru ist eine Wellness-App. Beide ersetzen keine ärztliche Behandlung.
Von der Migräne-App zu Claru wechseln
Einen direkten Import gibt es nicht. Deinen bisherigen Verlauf musst du aber nicht aufgeben. Exportiere vor dem Wechsel, was die Migräne-App anbietet, und bewahre die Datei für deine Praxis auf. Behalte die Kieler App am besten installiert, bis du sicher bist, denn mit der Deinstallation sind die lokalen Daten weg. In Claru trägst du beim Einrichten deine aktuellen Medikamente und die Auslöser ein, die du schon vermutest. Nach drei bis vier Wochen mit allen Attacken und ein paar normalen Tagen füllen sich die Auswertungen.
Manche nutzen beide Apps eine Zeit lang parallel, zum Beispiel die Kieler App für Medikamentenwarnung und Mediathek, Claru für schnelles Eintragen und die Vorhersage. Wenn du das machst, entscheide dich für ein Haupttagebuch, damit dein Verlauf nicht doppelt und lückenhaft wird.
Du vergleichst noch weitere Apps? Wir haben Claru auch mit Migraine Buddy, Bearable und N1-Kopfschmerz verglichen. Hintergründe zu möglichen Auslösern findest du im Ratgeber Migräne-Ursachen.
Dieser Vergleich beruht auf den Store-Einträgen bei Apple und Google, den Seiten der Schmerzklinik Kiel und den Veröffentlichungen der Techniker Krankenkasse, abgerufen am 12. Oktober 2026. Funktionen und Preise können sich ändern. Claru ist eine Wellness-App und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Häufige Fragen
- Ist die Migräne-App kostenlos?
- Ja. Die Migräne-App der Schmerzklinik Kiel ist kostenlos, ohne Rezept und unabhängig von der Krankenkasse nutzbar. Sie enthält keine In-App-Käufe und laut Google Play keine Werbung. Du musst also nicht bei der Techniker Krankenkasse versichert sein.
- Welche Migräne-App ist die beste?
- Das hängt davon ab, was du brauchst. Wer einen bewährten, kostenlosen Kopfschmerzkalender mit klinischem Hintergrund sucht, ist mit der Migräne-App aus Kiel sehr gut bedient. Wer eine Attacke per Spracheingabe in einem Satz erfassen, eine tägliche persönliche Risikoeinschätzung sehen und Daten auf mehreren Geräten nutzen möchte, sollte sich Claru ansehen.
- Wo speichert die Migräne-App meine Daten?
- Laut Store-Beschreibung und Datenschutzerklärung werden die Daten ausschließlich auf deinem Gerät gespeichert. Weitergegeben werden sie nur, wenn du das selbst veranlasst, etwa per E-Mail an deine Praxis. Wird die App deinstalliert, sind laut Datenschutzerklärung alle gespeicherten Daten gelöscht.
- Was kostet Claru im Vergleich?
- Claru ist kostenlos herunterzuladen. Der Gratis-Plan enthält unbegrenzte Einträge, den Migräne-Modus, die Risikovorhersage, Basis-Auswertungen, 30 Tage Verlauf und drei Spracheinträge pro Monat. Claru Pro kostet 12,99 € im Monat oder 59,99 € im Jahr.
- Warnt die Migräne-App vor zu vielen Schmerzmitteln?
- Laut Techniker Krankenkasse warnt die App, wenn du die Einnahmegrenzen für Akutmedikamente überschreitest. In einer Nutzerbefragung 2026 gaben 74 Prozent an, durch die App bewusster auf die Häufigkeit ihrer Akutmedikation zu achten.
- Was ist mit M-sense?
- M-sense war eine Migräne-App, die zeitweise als DiGA auf Rezept verfügbar war. Sie wurde 2022 aus dem DiGA-Verzeichnis gestrichen, der Anbieter meldete Insolvenz an, und die App ist nicht mehr in den Stores zu finden.