Clusterkopfschmerzen: Symptome, Ablauf und Hilfe
Von der Claru-Redaktion
Dieser Ratgeber dient der Information. Er wurde nicht unabhängig medizinisch geprüft, kann keine Diagnose stellen und ersetzt keine Behandlung durch Ärztinnen oder Ärzte. Mehr dazu in unseren Redaktionsstandards.

Clusterkopfschmerzen sind extrem starke, immer einseitige Kopfschmerzattacken um ein Auge oder an der Schläfe, die 15 Minuten bis 3 Stunden dauern. Typisch sind ein tränendes, gerötetes Auge und eine laufende oder verstopfte Nase auf derselben Seite sowie eine starke Unruhe. Die Attacken kommen in Phasen, oft nachts und oft zur selben Uhrzeit. Normale Schmerzmittel helfen kaum, Sauerstoff und bestimmte Triptane dagegen schon, deshalb gehört der Verdacht in ärztliche Hände.
Clusterkopfschmerzen heißen auch Bing-Horton-Kopfschmerzen und zählen zu den primären Kopfschmerzen, also zu denen ohne andere Grunderkrankung. Sie sind viel seltener als Migräne und Spannungskopfschmerzen, aber deutlich heftiger. Dieser Ratgeber erklärt, woran du sie erkennst. Er stellt keine Diagnose.
Symptome: So zeigen sich Clusterkopfschmerzen
Die internationale Kopfschmerzklassifikation ICHD-3 beschreibt Cluster-Attacken so:
- Ort: einseitig in der Augenhöhle, über dem Auge und/oder an der Schläfe. Während einer Phase bleibt es fast immer dieselbe Seite.
- Stärke: stark bis sehr stark. Betroffene beschreiben das Gefühl, als würde ein Nagel durch das Auge gestochen.
- Dauer: 15 bis 180 Minuten ohne Behandlung.
- Häufigkeit: von einer Attacke jeden zweiten Tag bis zu acht pro Tag.
- Begleiter auf derselben Seite: gerötetes oder tränendes Auge, verstopfte oder laufende Nase, geschwollenes Lid, Schwitzen an Stirn und Gesicht, kleine Pupille oder hängendes Lid.
- Unruhe: Viele können nicht liegen bleiben und laufen während der Attacke umher.
Für die Diagnose verlangt ICHD-3 mindestens fünf solcher Attacken. Wenn deine Schmerzen eher hinter beiden Augen drücken, lies den Ratgeber zu Kopfschmerzen hinter den Augen.
Der typische Ablauf: Phasen und feste Uhrzeiten
Der Name kommt vom englischen Wort „cluster“ für Häufung. Die Attacken treten in Serien auf, die Wochen bis Monate dauern. Dazwischen liegen meist Monate oder sogar Jahre ohne Beschwerden. Laut Gesundheitsinformation.de fallen diese Phasen häufig ins Frühjahr oder in den Herbst.
Auffällig ist der feste Rhythmus: Oft beginnen die Attacken jeden Tag ungefähr zur gleichen Zeit, besonders in den frühen Morgenstunden oder 1 bis 2 Stunden nach dem Einschlafen. Fachleute vermuten deshalb, dass Hirnregionen beteiligt sind, die den Tag-Nacht-Rhythmus steuern.
| Verlaufsform | Was sie ausmacht |
|---|---|
| Episodisch | Cluster-Phasen von 7 Tagen bis zu einem Jahr (meist 2 Wochen bis 3 Monate), dazwischen mindestens drei Monate ohne Schmerzen |
| Chronisch | Attacken über mindestens ein Jahr ohne Pause oder mit Pausen unter drei Monaten, laut ICHD-3 bei etwa 10 bis 15 Prozent |
Clusterkopfschmerzen oder Migräne?
Beide können einseitig sein, und beide können mit Licht- oder Lärmempfindlichkeit einhergehen. Die Unterschiede sind trotzdem deutlich:
| Merkmal | Clusterkopfschmerzen | Migräne |
|---|---|---|
| Dauer einer Attacke | 15 bis 180 Minuten | 4 bis 72 Stunden |
| Ort | Immer einseitig, Auge oder Schläfe | Oft einseitig, kann wechseln oder beidseitig sein |
| Verhalten | Unruhe, Umhergehen | Rückzug, Ruhe, Dunkelheit |
| Begleiter | Augentränen, laufende Nase, hängendes Lid auf der Schmerzseite | Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit, manchmal Aura |
| Häufigkeit | Bis zu acht Attacken am Tag, in Phasen | Meist einige Attacken im Monat |
| Wer ist betroffen | Männer etwa dreimal häufiger | Frauen deutlich häufiger |
Wenn du unsicher bist, hilft dir der Vergleich Migräne oder Kopfschmerz, deine Beobachtungen zu ordnen.
Wer bekommt Clusterkopfschmerzen?
Laut Gesundheitsinformation.de hat nur etwa 1 von 1.000 Menschen Clusterkopfschmerzen. Männer sind dreimal häufiger betroffen als Frauen, und die Erkrankung beginnt meist zwischen 20 und 40 Jahren. In manchen Familien tritt sie gehäuft auf, ICHD-3 nennt bei etwa 5 Prozent eine erbliche Form. Die genaue Ursache ist nicht bekannt.
Mögliche Auslöser in einer aktiven Phase
Während einer Cluster-Phase können laut ICHD-3 Alkohol, Histamin und nitroglyzerinhaltige Medikamente (etwa Sprays gegen Brustenge) eine Attacke auslösen. Gesundheitsinformation.de nennt zusätzlich Aufenthalte in großer Höhe. Außerhalb der Phasen lösen dieselben Dinge in der Regel nichts aus. Ob bestimmte Lebensmittel wie Käse oder Wurst eine Rolle spielen, ist nicht belegt.
Mehr über Auslöser bei anderen Kopfschmerzformen findest du im Ratgeber zu Migräne-Ursachen.
Was hilft bei Clusterkopfschmerzen?
Clusterkopfschmerzen gehören in neurologische Behandlung, weil die wirksamen Mittel verschreibungspflichtig sind:
- Sauerstoff: Reinen Sauerstoff über eine Maske einzuatmen, die Mund und Nase bedeckt, lindert bei vielen die Attacke. Gerät und Maske werden ärztlich verordnet.
- Triptane: Bestimmte Migränemittel helfen akut, wenn sie als Spritze oder Nasenspray angewendet werden.
- Vorbeugung: Für die Cluster-Phasen gibt es vorbeugende Medikamente. Welche passen, entscheidet deine neurologische Praxis.
Gesundheitsinformation.de weist darauf hin, dass gängige Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol bei akuten Cluster-Attacken nicht helfen. Wer sie trotzdem häufig nimmt, riskiert zusätzlich einen Kopfschmerz durch Medikamenten-Übergebrauch. Prüfe deine Einnahmetage mit dem Medikamenten-Übergebrauch-Check. Fachliche Informationen und Adressen spezialisierter Kopfschmerzzentren findest du bei der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (dmkg.de).
Wann du sofort Hilfe brauchst
Für die Diagnose wird meist einmal eine MRT des Kopfes gemacht, um andere Ursachen auszuschließen. Lass dich zeitnah untersuchen, wenn du zum ersten Mal sehr starke einseitige Schmerzen am Auge hast.
Notfall: Wähle 112, wenn ein Kopfschmerz schlagartig und extrem heftig einsetzt oder wenn Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen, Verwirrtheit, Fieber mit Nackensteifigkeit oder ein plötzlich stark schmerzendes, gerötetes Auge mit Sehverschlechterung dazukommen. Außerhalb der Sprechzeiten erreichst du den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.
Attacken festhalten: Uhrzeit, Dauer, Begleiter
Für die Diagnose zählen Details: Wann begann die Attacke, wie lange dauerte sie, welche Seite, tränte das Auge, lief die Nase? Mitten in der Nacht willst du dafür kein Formular ausfüllen. Das druckbare Kopfschmerztagebuch und die Kopfschmerz-Lokalisationskarte helfen beim Sortieren.
Mit Claru sprichst du eine Attacke einfach ein, etwa „rechtes Auge, 2 Uhr nachts, Auge tränt, 45 Minuten“. Die KI-Spracheingabe macht daraus einen Eintrag mit Uhrzeit und Begleitsymptomen, und der dunkle Migräne-Modus schont deine Augen. Die Mustererkennung zeigt mit der Zeit, ob deine Attacken zu festen Uhrzeiten oder nach Alkohol auftreten. Für den Termin in der neurologischen Praxis erstellst du mit Claru Pro einen Bericht als PDF. Claru stellt keine Diagnose und ersetzt keine Behandlung. Hier geht es zum Download, mehr zur App auf der Startseite.
Hinweis: kein Ersatz für ärztlichen Rat
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und wurde nicht medizinisch begutachtet. Er ersetzt keine Untersuchung und stellt keine Diagnose oder Therapieempfehlung dar. Wenn du Clusterkopfschmerzen vermutest, sprich mit deiner Hausarztpraxis oder einer neurologischen Praxis.
Quellen: Internationale Klassifikation der Kopfschmerzerkrankungen, 3. Auflage: 3.1 Clusterkopfschmerz und Kapitel 1: Migräne; Gesundheitsinformation.de des IQWiG zu Cluster-Kopfschmerzen; NHS: Cluster headaches; Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (dmkg.de).
Häufige Fragen
- Wie fühlen sich Clusterkopfschmerzen an?
- Clusterkopfschmerzen sind sehr starke, bohrende, stechende oder brennende Schmerzen immer auf einer Seite, meist im Bereich des Auges oder der Schläfe. Oft tränt und rötet sich das Auge auf der betroffenen Seite, die Nase läuft oder ist verstopft, und viele Betroffene sind so unruhig, dass sie umhergehen. Eine Attacke dauert unbehandelt 15 Minuten bis 3 Stunden.
- Was ist der Unterschied zwischen Clusterkopfschmerzen und Migräne?
- Cluster-Attacken sind kürzer (15 bis 180 Minuten statt 4 bis 72 Stunden), sitzen immer einseitig am Auge oder der Schläfe und gehen mit Augentränen, laufender Nase oder hängendem Lid auf derselben Seite einher. Bei Migräne ziehen sich Betroffene meist in einen ruhigen Raum zurück, bei Clusterkopfschmerzen sind sie typischerweise unruhig und laufen umher.
- Wann treten Clusterkopfschmerzen auf?
- Die Attacken häufen sich in Phasen, den sogenannten Clustern, die Wochen bis Monate dauern. Dazwischen liegen oft Monate oder Jahre ohne Beschwerden. Laut Gesundheitsinformation.de fallen die Phasen häufig ins Frühjahr oder in den Herbst, und die Attacken setzen oft zur selben Uhrzeit ein, vor allem nachts 1 bis 2 Stunden nach dem Einschlafen.
- Was hilft akut bei Clusterkopfschmerzen?
- Gängige Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol helfen laut Gesundheitsinformation.de bei Cluster-Attacken nicht. Wirksam sind das Einatmen von reinem Sauerstoff über eine Maske sowie bestimmte Triptane als Spritze oder Nasenspray. Beides muss ärztlich verordnet werden, deshalb ist eine neurologische Abklärung wichtig.
- Was kann eine Cluster-Attacke auslösen?
- Während einer aktiven Phase können Alkohol, Histamin und nitroglyzerinhaltige Medikamente Attacken auslösen, wie die Kopfschmerzklassifikation ICHD-3 beschreibt. Außerhalb einer Phase lösen dieselben Stoffe meist keine Attacken aus. Auch Aufenthalte in großer Höhe werden als möglicher Auslöser genannt.
- Wer bekommt Clusterkopfschmerzen?
- Clusterkopfschmerzen sind selten: Laut Gesundheitsinformation.de ist etwa 1 von 1.000 Menschen betroffen. Männer erkranken dreimal häufiger als Frauen, und die ersten Attacken treten meist zwischen 20 und 40 Jahren auf.