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Kopfschmerzen hinter den Augen: Ursachen & Hilfe

Von der Claru-Redaktion

Dieser Ratgeber dient der Information. Er wurde nicht unabhängig medizinisch geprüft, kann keine Diagnose stellen und ersetzt keine Behandlung durch Ärztinnen oder Ärzte. Mehr dazu in unseren Redaktionsstandards.

Person reibt sich am Abend vor dem Computer die Augen, das Gesicht im Licht des Bildschirms

Kopfschmerzen und Druck hinter den Augen kommen meist von Spannungskopfschmerzen, Migräne, müden Augen oder entzündeten Nebenhöhlen. Seltener stecken Clusterkopfschmerz oder eine Augenerkrankung dahinter. Wichtig sind die Begleiter: Ein plötzlich schmerzendes, rotes Auge mit Sehstörungen ist ein Notfall, ein dumpfer Druck nach einem langen Bildschirmtag meist nicht.

Vom Gefühl her sitzt der Schmerz „im Auge“, doch oft entsteht er gar nicht dort. Viele Nerven und Muskeln rund um Stirn, Augenhöhle und Nebenhöhlen sind eng verbunden. Dieser Ratgeber hilft dir, dein Muster zu beschreiben, damit das Gespräch in der Praxis konkreter wird. Er stellt keine Diagnose.

Überblick: typische Muster hinter den Augen

FormWie es sich oft anfühltMögliche Begleiter
SpannungskopfschmerzDrückend, beidseitig, wie ein Band um Stirn und AugenStress, verspannter Nacken, wenig Schlaf
MigränePochend, oft einseitig, verstärkt sich bei BewegungÜbelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit, Aura
Müde AugenDruck und Brennen nach Bildschirm- oder LesearbeitTrockene Augen, verschwommenes Sehen
NebenhöhlenentzündungDruck an Wangen, Augen oder Stirn, schlimmer beim BückenVerstopfte Nase, farbiges Sekret, Fieber
ClusterkopfschmerzExtrem stark, einseitig um ein Auge, 15 bis 180 MinutenTränendes, gerötetes Auge, hängendes Lid, Unruhe
Akutes GlaukomPlötzlich starker AugenschmerzRotes Auge, farbige Ringe um Lichter, Übelkeit

Die Beschreibungen orientieren sich an der internationalen Klassifikation der Kopfschmerzerkrankungen (ICHD-3) und an Patienteninformationen des NHS.

Spannungskopfschmerz: Druck wie ein Band

Spannungskopfschmerz ist die häufigste Kopfschmerzform. Er drückt meist auf beiden Seiten, leicht bis mittelstark, und wird bei Alltagsbewegung nicht schlimmer. Viele spüren ihn an der Stirn und hinter den Augen, andere eher an den Schläfen oder am Hinterkopf. Als mögliche Einflüsse gelten Stress, wenig Schlaf, lange Phasen am Schreibtisch und fehlende Pausen.

Migräne: Schmerz hinter einem Auge

Bei Migräne sitzt der Schmerz häufig hinter einem Auge oder an einer Schläfe. Nach ICHD-3 dauern unbehandelte Attacken 4 bis 72 Stunden. Der Schmerz ist mäßig bis stark, oft pulsierend und wird bei Bewegung schlimmer. Dazu kommen Übelkeit oder Empfindlichkeit gegenüber Licht und Lärm. Viele ziehen sich deshalb in einen dunklen Raum zurück.

Manche erleben vorher eine Aura, etwa Flimmern, Zickzacklinien oder einen blinden Fleck. Der NHS beschreibt, dass Aura-Symptome nicht länger als eine Stunde dauern sollten. Mehr dazu findest du in den Ratgebern zur Migräne mit Aura und zur Augenmigräne. Wie lange deine Attacken typischerweise dauern, kannst du mit dem Migräne-Dauer-Rechner einordnen.

Müde Augen nach Bildschirmarbeit

Wer stundenlang auf Bildschirme schaut, blinzelt deutlich seltener. Die American Academy of Ophthalmology beschreibt, dass die Augen dabei trocken werden, brennen und ermüden können. Das fühlt sich für viele wie Druck hinter den Augen an, besonders am späten Nachmittag.

Was oft hilft:

  • Die 20-20-20-Regel: Alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf etwas in etwa 6 Metern Entfernung schauen.
  • Bewusst blinzeln und bei Bedarf befeuchtende Augentropfen aus der Apotheke nutzen.
  • Abstand und Licht: Bildschirm etwa eine Armlänge entfernt, Helligkeit an den Raum angepasst.
  • Sehtest: Eine nicht korrigierte Fehlsichtigkeit oder eine veraltete Brille kann die Augen zusätzlich anstrengen.

Nebenhöhlen: Druck nach einer Erkältung

Eine Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis) folgt häufig auf eine Erkältung. Der NHS nennt Schmerzen, Schwellung und Druckempfindlichkeit an Wangen, Augen oder Stirn, eine verstopfte oder laufende Nase, einen schlechteren Geruchssinn, grünes oder gelbes Sekret und manchmal Fieber. Meist klingt sie innerhalb von vier Wochen von selbst ab.

Wiederkehrender Druck hinter den Augen ohne Erkältungszeichen ist dagegen häufig gar keine Sinusitis. In einer Studie von 2004 mit 2.991 Menschen, die wiederkehrende „Nebenhöhlenkopfschmerzen“ ohne Hinweis auf eine Infektion hatten, erfüllten 88 % die Kriterien für einen migräneartigen Kopfschmerz. Das gilt für diese Studiengruppe und ist keine Diagnose für dich persönlich. Unser Nebenhöhlen-oder-Migräne-Check hilft dir, deine Beobachtungen zu ordnen, bevor du sie mit deiner Praxis besprichst.

Clusterkopfschmerz: selten, aber heftig

Clusterkopfschmerz ist deutlich seltener als Migräne. Der NHS beschreibt einen scharfen, brennenden oder bohrenden Schmerz auf einer Seite rund um das Auge, der 15 Minuten bis 3 Stunden dauert und oft über Wochen zu ähnlichen Tageszeiten wiederkehrt. Auf der betroffenen Seite können das Auge tränen und sich röten, das Lid hängen und die Nase laufen. Typisch ist eine starke Unruhe während der Attacke. Clusterkopfschmerz gehört in eine neurologische Praxis, denn er wird anders behandelt als Migräne.

Augenerkrankungen: wenn das Auge selbst schmerzt

Manchmal steckt tatsächlich das Auge dahinter. Beim akuten Glaukom (Grüner Star) steigt der Augeninnendruck plötzlich an. Der NHS nennt starke Augenschmerzen, ein rotes Auge, Druckempfindlichkeit rund um das Auge, farbige Ringe um Lichter, verschwommenes Sehen, Übelkeit und Kopfschmerzen. Das ist ein Notfall.

Auch eine Entzündung des Sehnervs oder der Regenbogenhaut kann Schmerzen hinter dem Auge verursachen, oft zusammen mit Sehstörungen oder Schmerzen bei Augenbewegungen. Jede plötzliche Verschlechterung des Sehens gehört sofort in eine Augenklinik.

Was dir im Alltag helfen kann

Diese Anregungen ersetzen keine Behandlung:

  1. Bildschirmpause: Schließ für einige Minuten die Augen oder schau aus dem Fenster.
  2. Dunkel und ruhig: Bei Migräne empfinden viele einen abgedunkelten, stillen Raum als Erleichterung.
  3. Trinken und essen: Flüssigkeitsmangel und ausgelassene Mahlzeiten können Kopfschmerzen verstärken.
  4. Kühlen: Ein kühles, feuchtes Tuch auf Augen und Stirn.
  5. Medikamente mit Bedacht: Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) empfiehlt, einfache Schmerzmittel an höchstens 15 und Triptane an höchstens 10 Tagen im Monat zu nehmen. Mit dem Medikamenten-Übergebrauch-Check kannst du deine Tage überschlagen.

Wann du ärztlich abklären lassen solltest

Lass Kopfschmerzen hinter den Augen zeitnah untersuchen, wenn sie neu oder ungewohnt sind, über Wochen häufiger werden, dich nachts wecken, mit Sehveränderungen einhergehen oder du regelmäßig Schmerzmittel brauchst.

Notfall: Wähle 112 oder geh in die Notaufnahme bei plötzlich starken Augenschmerzen mit rotem Auge, plötzlichem Sehverlust oder Doppelbildern, einem schlagartig einsetzenden, extrem heftigen Kopfschmerz, Lähmungen, Sprachstörungen, Verwirrtheit oder Fieber mit Nackensteifigkeit. Bei nicht lebensbedrohlichen Beschwerden außerhalb der Sprechzeiten erreichst du den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.

So findest du dein Muster

Für die Einordnung helfen konkrete Notizen: Hinter welchem Auge sitzt der Druck, wann beginnt er, wie lange hält er an, was kommt dazu und was hast du davor gemacht? Mit der Kopfschmerz-Lokalisationskarte beschreibst du die Stelle genau, im druckbaren Kopfschmerztagebuch hältst du den Verlauf fest.

Mit Claru geht das auch nebenbei: Die KI-Spracheingabe nimmt eine Attacke auf, ohne dass du lange auf den Bildschirm schauen musst, und der Migräne-Modus öffnet während einer Attacke einen reizarmen Vollbildschirm, auf Wunsch mit gedimmter Anzeige. Die Mustererkennung zeigt mit der Zeit mögliche Zusammenhänge, und die kostenlose 7-Tage-Risikovorhersage gibt dir eine Orientierung für die kommenden Tage. Für den Arzttermin erstellst du mit Claru Pro einen Bericht als PDF. Das sind Beobachtungen, keine Diagnosen. Hier geht es zum Download, mehr zur App findest du auf der Startseite.

Hinweis: kein Ersatz für ärztlichen Rat

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und wurde nicht medizinisch begutachtet. Er ersetzt keine Untersuchung und stellt keine Diagnose oder Therapieempfehlung dar. Wenn du unsicher bist oder sich deine Beschwerden verändern, sprich mit deiner Hausarztpraxis, einer augenärztlichen oder einer neurologischen Praxis.


Quellen: Internationale Klassifikation der Kopfschmerzerkrankungen, 3. Auflage (ICHD-3: Abschnitte 1, 2 und 3.1) unter ichd-3.org; Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (dmkg.de); Gesundheitsinformation.de des IQWiG zu Kopfschmerzen und Migräne; NHS: Migraine, Sinusitis, Cluster headaches und Glaucoma; American Academy of Ophthalmology: Computers, Digital Devices and Eye Strain.

Häufige Fragen

Woher kommt Druck hinter den Augen?
Häufig stecken Spannungskopfschmerz, Migräne, müde Augen nach langer Bildschirmarbeit oder eine Nebenhöhlenentzündung dahinter. Seltener sind Clusterkopfschmerz oder Augenerkrankungen die Ursache. Welche Form bei dir vorliegt, kann nur eine Ärztin oder ein Arzt einordnen.
Ist Druck hinter den Augen eher Migräne oder Nebenhöhlen?
Eine Nebenhöhlenentzündung folgt meist auf eine Erkältung und bringt eine verstopfte Nase, farbiges Sekret, einen schlechteren Geruchssinn und manchmal Fieber mit. Wiederkehrender Druck ohne diese Zeichen, mit Übelkeit oder Lichtempfindlichkeit, passt eher zu Migräne. Eine Praxis kann das sicher unterscheiden.
Kann der Bildschirm Kopfschmerzen hinter den Augen verursachen?
Lange Bildschirmarbeit kann die Augen ermüden und trocken werden lassen. Viele spüren dann Druck hinter den Augen oder an der Stirn. Regelmäßige Pausen, bewusstes Blinzeln und ein passender Abstand helfen oft. Bleibt der Druck, lass deine Augen untersuchen.
Wann ist Schmerz hinter dem Auge ein Notfall?
Ruf 112 oder geh in die Notaufnahme, wenn plötzlich starke Augenschmerzen mit rotem Auge, verschwommenem Sehen, farbigen Ringen um Lichter oder Übelkeit auftreten, wenn du plötzlich schlechter siehst oder doppelt siehst oder wenn ein extrem heftiger Kopfschmerz schlagartig beginnt.
Was hilft gegen Kopfschmerzen hinter den Augen?
Viele empfinden eine Bildschirmpause, Ruhe in einem abgedunkelten Raum, ausreichend Trinken und ein kühles Tuch auf den Augen als angenehm. Rezeptfreie Schmerzmittel solltest du nur nach Packungsbeilage und nicht an mehr als 10 bis 15 Tagen im Monat nehmen.