Spannungskopfschmerzen: Symptome, Ursachen, Hilfe
Von der Claru-Redaktion
Dieser Ratgeber dient der Information. Er wurde nicht unabhängig medizinisch geprüft, kann keine Diagnose stellen und ersetzt keine Behandlung durch Ärztinnen oder Ärzte. Mehr dazu in unseren Redaktionsstandards.

Spannungskopfschmerzen sind dumpfe, drückende Kopfschmerzen auf beiden Seiten des Kopfes, oft wie ein enger Ring um Stirn, Schläfen und Hinterkopf. Sie sind leicht bis mittelstark, werden bei Bewegung nicht schlimmer und kommen ohne Übelkeit. Es ist die häufigste Kopfschmerzform überhaupt: Laut Gesundheitsinformation.de hat wahrscheinlich jeder Mensch sie im Laufe seines Lebens einmal. Meist helfen Pausen, Bewegung und bei Bedarf ein rezeptfreies Schmerzmittel.
In diesem Ratgeber erfährst du, woran du Spannungskopfschmerzen erkennst, wie sie sich von Migräne unterscheiden, was dir im Alltag helfen kann und wann du sie ärztlich abklären lassen solltest. Er stellt keine Diagnose.
Typische Symptome
Die internationale Klassifikation der Kopfschmerzerkrankungen (ICHD-3) beschreibt Spannungskopfschmerzen mit mindestens zwei dieser vier Merkmale:
- beidseitig: Der Schmerz sitzt auf beiden Kopfseiten, nicht nur auf einer
- drückend oder ziehend: eher wie ein Druck oder Band, nicht pochend
- leicht bis mittelstark: unangenehm, aber du kannst meist weiterarbeiten
- keine Verstärkung durch Bewegung: Treppensteigen oder Gehen macht ihn nicht schlimmer
Dazu kommt: keine Übelkeit oder Erbrechen und höchstens eine leichte Empfindlichkeit gegenüber Licht oder Lärm, nicht beidem. Eine Episode dauert zwischen 30 Minuten und 7 Tagen.
Gesundheitsinformation.de, das Patientenportal des IQWiG, beschreibt das Gefühl so: Manche haben den Eindruck, einen zu engen Hut zu tragen. Häufig spüren Betroffene den Druck an Stirn, Schläfen oder im Hinterkopf, manchmal auch oben am Kopf.
Episodisch oder chronisch?
ICHD-3 unterscheidet nach Häufigkeit:
| Form | Häufigkeit | Was das bedeutet |
|---|---|---|
| Sporadisch episodisch | an weniger als 1 Tag im Monat | sehr verbreitet, meist harmlos |
| Häufig episodisch | an 1 bis 14 Tagen im Monat | lohnt einen Blick auf Muster und Auslöser |
| Chronisch | an 15 oder mehr Tagen im Monat über mehr als 3 Monate | gehört ärztlich begleitet |
Laut Gesundheitsinformation.de sind bei etwa 1 von 100 Menschen die Beschwerden über längere Zeit sehr häufig oder dauerhaft. Wenn du dich in der unteren Zeile wiederfindest, ist das kein Grund zur Panik, aber ein guter Anlass für einen Termin in der Hausarzt- oder neurologischen Praxis.
Spannungskopfschmerz oder Migräne?
Beides kann bei derselben Person vorkommen, und die Grenzen sind im Alltag nicht immer scharf. Diese Übersicht orientiert sich an ICHD-3:
| Merkmal | Spannungskopfschmerz | Migräne |
|---|---|---|
| Seite | meist beidseitig | oft einseitig, kann wechseln |
| Schmerzart | drückend, ziehend | pochend, pulsierend |
| Stärke | leicht bis mittel | mittel bis stark |
| Bewegung | keine Verstärkung | wird schlimmer |
| Begleiter | keine Übelkeit | Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit, manchmal Aura |
| Dauer | 30 Minuten bis 7 Tage | 4 bis 72 Stunden |
Wenn du unsicher bist, hilft dir der Vergleich Migräne oder Kopfschmerz, deine Beobachtungen zu sortieren. Ein Ergebnis dort ist keine Diagnose, aber eine gute Grundlage für das Gespräch in der Praxis.
Ursachen und mögliche Auslöser
Warum Spannungskopfschmerzen entstehen, ist nicht vollständig geklärt. Oft gibt es keinen klaren Auslöser. Gesundheitsinformation.de nennt Stress als möglichen Faktor. Im Alltag berichten viele zudem von:
- langer Bildschirmarbeit ohne Pausen und verspanntem Nacken
- zu wenig oder unruhigem Schlaf
- ausgelassenen Mahlzeiten und zu wenig Trinken, mehr dazu bei Kopfschmerzen durch zu wenig Trinken
- Koffein: mehr oder weniger als gewohnt, siehe Koffeinentzug und Kopfschmerzen
- Zähneknirschen oder angespannter Kiefer, oft mit Druck an den Schläfen
Das sind Hinweise, keine Beweise. Welche Faktoren bei dir eine Rolle spielen, zeigt erst ein Vergleich über mehrere Wochen, auch mit den Tagen ohne Kopfschmerzen.
Was hilft gegen Spannungskopfschmerzen?
Diese Anregungen ersetzen keine Behandlung, werden aber häufig als hilfreich beschrieben:
- Raus an die frische Luft: Gesundheitsinformation.de nennt einen Spaziergang als etwas, das manchen Menschen hilft.
- Pfefferminzöl: Manche tupfen es auf Stirn, Schläfen oder Nacken. Nicht in die Augen bringen.
- Bildschirmpause: Steh auf, schau in die Ferne, lockere Schultern und Nacken.
- Wärme: Ein warmes Kirschkernkissen im Nacken empfinden viele als angenehm.
- Sanfte Massage oder Akupressur: Unsere Übersicht der Akupressurpunkte zeigt Stellen an Nacken, Schläfen und Hand.
- Trinken und essen: Ein Glas Wasser und ein kleiner Snack, wenn du länger nichts hattest.
- Rezeptfreie Schmerzmittel mit Bedacht: Sie lindern die Beschwerden laut Gesundheitsinformation.de meist. Lass dich in der Apotheke beraten, was für dich passt.
Vorsicht bei häufiger Schmerzmittel-Einnahme
Wer sehr häufig Schmerzmittel nimmt, kann dadurch öfter Kopfschmerzen bekommen. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) empfiehlt, einfache Schmerzmittel an höchstens 15 Tagen im Monat einzunehmen. Mit dem Medikamenten-Übergebrauch-Check kannst du überschlagen, wo du stehst.
Vorbeugen bei häufigen Spannungskopfschmerzen
Bei häufigen oder chronischen Spannungskopfschmerzen nennt Gesundheitsinformation.de Entspannungsverfahren, Ausdauersport und Stressbewältigung als Möglichkeiten. Auch Medikamente zur Vorbeugung, vor allem Amitriptylin, kommen infrage. Ob das für dich sinnvoll ist, entscheidest du gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Wann du ärztlich abklären lassen solltest
Lass Spannungskopfschmerzen zeitnah untersuchen, wenn sie neu sind oder sich anders anfühlen als sonst, über Wochen häufiger werden, dich nachts wecken oder du regelmäßig Schmerzmittel brauchst.
Notfall: Wähle 112, wenn der Kopfschmerz plötzlich und extrem heftig einsetzt, bei Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen, Verwirrtheit, einem Krampfanfall, Fieber mit Nackensteifigkeit oder nach einer Kopfverletzung. Außerhalb der Sprechzeiten erreichst du den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.
So findest du dein Muster
Für die Einordnung in der Praxis hilft es, wenn du konkret sagen kannst: an wie vielen Tagen im Monat, wie lange, wie stark, auf welcher Seite und mit welchen Begleitern. Das druckbare Kopfschmerztagebuch hilft dir dabei auf Papier, die Kopfschmerz-Lokalisationskarte beim Beschreiben der Stelle.
Mit Claru geht das schneller: Du sprichst einen Kopfschmerz per KI-Spracheingabe einfach ein, statt Formulare auszufüllen. Die Mustererkennung zeigt mit der Zeit, ob deine Kopfschmerztage mit Schlaf, Mahlzeiten, Koffein oder Stress zusammenfallen, und die kostenlose 7-Tage-Risikovorhersage gibt dir eine Orientierung für die kommenden Tage. Für den Arzttermin erstellst du mit Claru Pro einen Bericht als PDF. Das sind Beobachtungen, keine Diagnosen. Hier geht es zum Download, mehr zur App findest du auf der Startseite.
Hinweis: kein Ersatz für ärztlichen Rat
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und wurde nicht medizinisch begutachtet. Er ersetzt keine Untersuchung und stellt keine Diagnose oder Therapieempfehlung dar. Wenn du unsicher bist oder sich deine Beschwerden verändern, sprich mit deiner Hausarztpraxis oder einer neurologischen Praxis.
Quellen: Internationale Klassifikation der Kopfschmerzerkrankungen, 3. Auflage, ICHD-3 Kapitel 2: Kopfschmerz vom Spannungstyp und Kapitel 1: Migräne; Gesundheitsinformation.de des IQWiG zu Spannungskopfschmerzen und Kopfschmerzen; Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (dmkg.de); NHS: Tension-type headaches.
Häufige Fragen
- Wie fühlen sich Spannungskopfschmerzen an?
- Meist dumpf und drückend, leicht bis mittelstark und auf beiden Seiten des Kopfes. Viele beschreiben einen Ring oder ein zu enges Band um Stirn, Schläfen oder Hinterkopf. Anders als bei Migräne pocht der Schmerz typischerweise nicht, wird bei Bewegung nicht stärker und kommt ohne Übelkeit.
- Wie lange dauern Spannungskopfschmerzen?
- Nach der internationalen Klassifikation ICHD-3 dauert eine Episode zwischen 30 Minuten und 7 Tagen. Oft sind es einige Stunden. Treten die Kopfschmerzen über mehr als drei Monate an 15 oder mehr Tagen im Monat auf, spricht man von chronischen Spannungskopfschmerzen.
- Was hilft schnell gegen Spannungskopfschmerzen?
- Viele Menschen empfinden Bewegung an der frischen Luft, eine Pause vom Bildschirm, Wärme im Nacken oder Pfefferminzöl auf Stirn und Schläfen als hilfreich. Rezeptfreie Schmerzmittel lindern die Beschwerden meist, sollten aber nach Packungsbeilage und nicht an zu vielen Tagen im Monat eingenommen werden.
- Was ist der Unterschied zwischen Spannungskopfschmerz und Migräne?
- Spannungskopfschmerzen sind meist beidseitig, drückend und leicht bis mittelstark, Alltagsbewegung verschlimmert sie nicht. Migräne ist häufig einseitig, pochend, mäßig bis stark, wird bei Bewegung schlimmer und kommt mit Übelkeit oder Licht- und Lärmempfindlichkeit. Beide Formen können bei derselben Person vorkommen.
- Wann sollte ich mit Spannungskopfschmerzen zum Arzt?
- Wenn die Kopfschmerzen häufiger werden, sich anders anfühlen als sonst, dich nachts wecken oder du an vielen Tagen im Monat Schmerzmittel brauchst. Sofort Hilfe unter 112 brauchst du bei plötzlichem, extrem starkem Kopfschmerz, Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen, Verwirrtheit oder Fieber mit Nackensteifigkeit.
- Können Schmerzmittel Spannungskopfschmerzen verschlimmern?
- Ja. Wer sehr häufig und regelmäßig Schmerzmittel einnimmt, kann dadurch öfter Kopfschmerzen bekommen. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft empfiehlt, einfache Schmerzmittel an höchstens 15 Tagen im Monat zu nehmen. Wer darüber liegt, sollte das ärztlich besprechen.